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3. Einteilung der
Gewürze |
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| Im Haushalt werden meist nicht mehr als
ein Dutzend Gewürze verwendet, obwohl es davon mehr als
150 gibt. Der Grund für den begrenzten Einsatz ist oft
in einer schlechten Kenntnis und in einem "Sich nicht
auskennen" im Sortiment zu suchen. Deshalb ist es
notwendig, den Leser mit der Klassifikation der Gewürze
bekannt zumachen, d. h. sie nach Arten und Gruppen
einzuordnen, damit die richtige Auswahl bei der
Verwendung in der Küche getroffen wird. Ferner ist es
angebracht, jene Gewürze kennen zu lernen, die man
miteinander austauschen kann. Aber auch ähnliche und
gegensätzliche Gewürze sollte man unterscheiden können.
Vor der Einteilung sei noch einmal darauf hingewiesen,
dass unter "Gewürzen" nur Produkte pflanzlicher Herkunft
zu verstehen sind. Die Versuche, in die Gewürze auch
einige Produkte tierischer Herkunft (Moschus, Zibet,
Ambra, Garus), die einen starken Geruch haben,
einzureihen, sind unwissenschaftlich. Gewürze tierischer
Herkunft existieren nicht!
Aber auch diese Feststellung erleichtert auf keinen Fall
die Einteilung der Gewürze. Wie bereits erwähnt, gehören
die Gewürze zu so verschiedenen botanischen Klassen,
dass eine botanische Klassifikation nicht nur äußerst
schwierig, sondern überhaupt unmöglich ist. Außerdem
unterscheiden sich die Gewürze durch den Charakter der
verwendeten Pflanzenteile, und diese Tatsache brachte
manche Klassifikationen in völlige Verwirrung. Viele von
ihnen unterteilten die Gewürze nach dem Äußeren:
Wurzeln, Wurzelstock, Zwiebeln, Rinde, Blätter, Blüten,
Früchte, Knospen, Samen, Nüsse usw., da es schwer war,
auch nur ein gemeinsames Merkmal bei den einzelnen
Gewürzgruppen zu finden.
Eine zusätzliche Schwierigkeit bei der Einteilung der
Gewürze entstand dadurch, dass die einen getrocknet, die
anderen frisch (roh) und die dritten in beiden Formen
verwendet werden. Einige Gewürze erfordern vor ihrem
Einsatz eine komplizierte Bearbeitung, andere wiederum
nicht. Soll man nun diese Gewürze einer Gruppe oder
verschiedenen Gruppen zuordnen? Welches der genannten
Merkmale soll man nun als das grundlegende, als das
bestimmende und welches als das zweitrangige ansehen ?
Darüber gilt es nachzudenken.
Da die Erfahrungen bei der Anwendung der Gewürze
historisch entstanden sind und man bestimmte Gruppen von
Gewürzen sowohl unter historischen als auch
geographischen Gesichtspunkten betrachten kann, ist auch
dieser Umstand bei der Klassifikation zu
berücksichtigen. Davon ausgehend, kann man alle Gewürze
in zwei große Gruppen einteilen - in die klassischen
(oder exotischen) Gewürze und in die einheimischen
Gewürze. |
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3.1.
Klassische oder exotische Gewürze |
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Darunter versteht man Gewürze, die seit altersher
verwendet werden, die eine weltweite Verbreitung fanden
und die für die übergroße Mehrheit der Nationalküchen zu
traditionellen, d. h. klassischen, Gewürzen wurden. |
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3.2. Einheimische
Gewürze |
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Das sind Gewürze, die in ihrer Mehrzahl
einen weitaus geringeren historischen und geographischen
Anwendungsradius besaßen oder die ausschließlich am Ort,
d. h. in der Nähe des Anbaugebiets, verwendet wurden und
keine größeren Transporte vertrugen.
Die klassischen Gewürze sind nach dem Charakter der
verwendeten Teile außerordentlich verschiedenartig, und
dieses Merkmal hat in dem gegebenen Fall eine rein
äußerliche, unwesentliche Bedeutung. Der Hauptwert
besteht im Maximum des Aromas, unabhängig davon, in
welchem Pflanzenteil es enthalten ist. Ein
wesentlicheres allgemeines Merkmal für die klassischen
Gewürze ist, dass sie in bereits bearbeitetem aber
unbedingt in trockenem Zustand verwendet werden, wobei
das Aroma erst zur Wirkung kommt oder sich sogar noch
erhöht. Außerdem lassen sich die Gewürze dieser Gruppe
nur in trockenem Zustand längere Zeit aufbewahren und
auch über weite Entfernungen transportieren, was ihre
weltweite Verbreitung erklärt.
Für die einheimischen Gewürze ist dagegen hauptsächlich
die lokale Anwendung in frischem Zustand
charakteristisch. Die unterschiedliche Beschaffenheit
der verwendeten Teile ist insofern von Bedeutung, als
sie Aufbewahrungsdauer, Transport und Verarbeitungsgrad
in der Speisenproduktion beeinflusst
Aus diesem Grunde unterteilt man die einheimischen
Gewürze in Würzgemüse und Würzkräuter. |
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3.3. Würzgemüse |
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Diese Gewürze sind geographisch weiter verbreitet, d.
h., sie wachsen fast überall und finden in der Küche
eine größere Anwendung als die Würzkräuter Würzgemüse,
die ausschließlich zu den Kultur- pflanzen gehören,
werden wiederum in Wurzelgewächse und in Zwiebelgewächse
unterteilt, wobei bei beiden die verwendeten Teile meist
unter der Erde wachsen. In einigen Fällen nutzt man
jedoch auch die über der Erde wachsenden Teile. |
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3.4. Würzkräuter |
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Von diesen Kräutern werden ausschließlich die Teile, die
über der Erde wachsen, gewöhnlich das obere
Drittel (Blätter und Blüten) verwendet. Würzkräuter
werden angebaut (Gartenkräuter), wachsen aber auch wild,
so dass viele Gartenkräuter ein wild wachsendes Double
haben. Der charakteristische Unterschied zwischen den
wildwachsenden und den kultivierten Kräutern besteht
darin, dass die erstgenannten schärfer im Geruch sind
als die Gartenkräuter, letztere dafür aber von höherem
Wuchs sind und mehr Grünmasse ergeben. Das bedingt
gewisse Unterschiede in der Anwendung von Gartenkräutern
und wildwachsenden Kräutern. Während man Gartenkräuter
hauptsächlich frisch einsetzt, werden wild wachsende
Kräuter auf Vorrat getrocknet. |
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3.5. Gewürzmischungen |
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Schließlich bilden die sog. kombinierten oder gemischten
Gewürze (Gewürzmischungen) eine selbständige Gruppe,
unter der man die verschiedensten Gewürzkombinationen
(von 3 bis 24) versteht.
Dann gibt es
noch die künstlichen oder synthetischen Gewürze,
die aber keine Naturprodukte darstellen.
Natürlich ist
die vorgenommene Gruppierung der Gewürze unter Vorbehalt
zu betrachten, da es in einigen Fällen schwierig ist,
eine Grenze zwischen den einzelnen Gruppen zu ziehen.
Insgesamt jedoch lassen sich die Gewürze nach recht
konstanten Merkmalen ordnen.
So ist z. B. der
Koriander ein Gewürz, das schon seit Urzeiten bekannt
ist und in kirchlichen Schriften unter der Bezeichnung
"himmlisches Manna" erwähnt wurde. Es scheint, dass
Koriander durch sein Alter das Recht hat, zu den
klassischen Gewürzen gezählt zu werden. Seinem Wesen
nach ist er jedoch ein Würzkraut, das in der UdSSR unter
der Bezeichnung "Kischnez" oder "Kinsa" bekannt ist.
Seine Anwendung als frisches Würzkraut ist geographisch
auf ein sehr begrenztes Gebiet in Transkaukasien und
Mittelasien beschränkt. In den anderen Gebieten der
UdSSR, in Europa und in Amerika werden die Samen vom
Koriander hin und wieder noch als Gewürz für Brot
verwendet. Also sollte man den Koriander botanisch und
von seiner Anwendung her besser zur Gruppe der
einheimischen Gewürze, Untergruppe Würzkräuter, zählen
als zu den klassischen Gewürzen. Und so wurden im
vorliegenden Buch alle Gewürze nach in der Mehrzahl
übereinstimmenden Merkmalen in Gruppen eingeteilt.
Man könnte einwenden, gibt es denn in unseren Tagen
überhaupt eine wissenschaftliche Grundlage dafür, eine
gewisse Anzahl von Gewürzen in die Gruppe "klassisch"
einzuteilen, oder wäre es nicht richtiger, sie alle nach
regionalen Merkmalen, z. B. nach den Vorkommens- und
Herstellungsländern zu klassifizieren? Diese Frage muss
verneint werden.
Die klassischen Gewürze sind in ihrer Anwendung
international. Das ist ihr wichtigstes gemeinsames
Merkmal. So werden z. B. in der Welt zur Herstellung von
Konditoreiwaren die Vanille und der Zimt verwendet,
wobei für die Verarbeitung völlig unwichtig ist, wo
diese Gewürze herkommen. Die klassischen Gewürze werden
auch deshalb in einer besonderen Gruppe zusammengefasst,
da man ihre Eigenschaften kennen muss: denn seit langem
werden die einheimischen Gewürze bezüglich ihres Aromas
mit den klassischen Gewürzen verglichen und auch an
ihrer Stelle verwendet. Man orientierte sich dabei immer
nach den klassischen Gewürzen, sah sich nach
gleichartigen um, suchte für sie Ersatz in der Natur und
versuchte auch, sie auf synthetischem Wege herzustellen.
So hat man z. B. früher in Russland und in nördlichen
Ländern anstelle der Schale von Zitrusfrüchten die
heimische Melisse, anstelle der afrikanischen Nelke die
sibirische Nelke usw. verwendet. Will man die
grundlegenden, typischen und charakteristischen
Eigenschaften der Gewürze kennen lernen, so muss man
sich zuerst mit den klassischen oder exotischen Gewürzen
bekannt machen, wo diese Eigenschaften schärfer,
deutlicher und klarer ausgeprägt sind. Darum stellen wir
die klassischen oder exotischen Gewürze an den Anfang
unserer Übersicht. |
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4. Beschreibung der klassischen Gewürze |
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| Zu den klassischen
Gewürzen gehören solche Gewürze, die aus einzelnen Teilen (Früchten,
Rinden, Blättern, Wurzeln u. ä.) der tropischen und subtropischen
Pflanzen gewonnen, der einen oder anderen Bearbeitung unterworfen
(Trocknen, Fermentieren, Schälen, Kochen u.ä.) und in der Küche
ausschließlich oder vorwiegend in trockenem (getrocknetem) Zustand
und in kleinen Mengen verwendet werden. Die klassischen Gewürze
weisen ein starkes, klar ausgeprägtes und dauerhaftes
Aroma und eine unterschiedliche brennende Schärfe auf. Bei
starkem Erhitzen oder beim Erhöhen der Gewürzzugabe über die
zulässige Menge hinaus schmeckt die Speise bitter. Alle klassischen
Gewürze werden schon seit Urzeiten bzw. vielen Jahrhunderten
verwendet und sind überall verbreitet, d. h., sie haben
internationale Bedeutung. Ihr Einsatzbereich ist im Vergleich zu den
einheimischen Gewürzen, z. B. zu den europäischen, sehr groß. Das
heißt, dass ein und dasselbe Gewürz für die Zubereitung der
verschiedenen Gerichte, wie Fleisch-, Gemüse-, Ei- und Mehlgerichte,
aber, auch für Süßspeisen, Marinaden usw. verwendet werden kann. In
der nun folgenden Beschreibung der einzelnen klassischen Gewürze
findet der Leser auch die Gewürze jener Kategorie. die in letzter
Zeit international nicht mehr verwendet werden, und die sich
allmählich mehr oder minder in regionale Gewürze verwandelt haben
oder noch verwandeln. |
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14.01.2010 15:04 Uhr
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