| 5.
Beschreibung der Würzgemüse |
|
Würzgemüse sind ein verhältnismäßig kleiner Teil
lokaler Gewürze, die in der ganzen Welt angebaut werden. Es existieren viele Sorten, die sich durch Größe, Stärke und Schärfe
im Geschmack und im Aroma unterscheiden. In der Regel kommen sie in
allen Nationalküchen zum Einsatz. Im Vergleich zu allen anderen Gewürzarten verwendet man Würzgemüse
in bedeutend größeren Mengen für die verschiedenen Gerichte, da
deren Würzeigenschaften wesentlich geringer ausgeprägt sind. Durch
die jahrhundertelange Selektion ist beim Würzgemüse der Gehalt an
Bitterstoffen fast völlig verschwunden. Im Unterschied zu anderen Arten von Würzpflanzen sind beim
Würzgemüse alle Pflanzenteile für die Nahrung verwendbar, also nicht
nur die fleischigen unterirdischen Teile (Zwiebeln oder
Wurzelfrüchte), sondern auch die Teile, die über der Erde wachsen,
wie Stängel, Kraut (Blätter, Blütenschaft) und die Samen. Der Einsatz von Würzgemüse kann frisch oder getrocknet erfolgen, man
kann es kochen, anschwitzen und marinieren. Wegen all dieser günstigen Eigenschaften werden die Würzgemüse
häufiger als alle anderen Gewürzarten in der Küchenpraxis
angewendet. |
| 5.1. Zwiebeln |
 |
|
Allgemeines: |
|
Zwiebelvielfalt |
|
Frühlingszwiebel
Der Name täuscht - erhältlich
ist sie das gesamte Jahr über. Die kleinen, weißen, flachrunden
Frühlingszwiebeln werden mit den hohlen grünen Schaftblättern angeboten.
Diese schmecken frisch und scharf, ähnlich wie Schnittlauch. Ideale
Zwiebel für Salate und pikante Quarkaufstriche; unentbehrlich in der
Asiaküche. |
Gemüsezwiebel
Mild im Geschmack, saftig im
Fleisch. Ideal zum Füllen, für süßsauer Eingelegtes und Gewürzsoßen.
|
|
Küchenzwiebel
Die bekannteste Sorte. Sie ist
klein bis mittelgroß, recht scharf und würzig, gut haltbar und steckt
voller Bioaktivstoffe. Die äußeren trockenen Schalen der Küchenzwiebel
sind mattgelb bis goldbraun gefärbt.
|
Lauchzwiebel
Sie wird oft auch als
Frühlingszwiebel angeboten, besitzt aber über den Wurzeln kaum eine
knollenartige Verdickung, sondern sieht eher aus wie eine
Miniatur-Lauchstange. Weil Lauchzwiebeln - ähnlich wie
Frühlingszwiebeln - stets gebündelt verkauft werden, heißen sie auch
Rundzwiebeln. Je nachdem, wie viel von den grünen Schaftblättern
mitverwendet wird, reicht das Aroma von mild bis pikant-scharf. |
|
Rote Zwiebel
Die auffälligste unter den
Zwiebelsorten. Von lackrot bis leuchtend violett zeigen Rote Zwiebeln
schon äußerlich ihren überaus hohen Gehalt an Anthozyanen - das sind
Bioaktivstoffe, welche die Körperzellen vor Schäden schützen. Als
farbenfrohe Zutat passen sie hervorragend in jeden bunten Salat, auf
einen würzigen Vorspeisenteller oder in dünne Ringe geschnitten als
kleine Dekoration auf einer Suppe. Sie halten sich nur wenige Wochen und
sollten deshalb schnell verbraucht werden. |
Schalotte
Ihr fehlt die beißende Note. Ihr
feines, mildes Aroma passt gut zu edlem Fisch, zartem Gemüse, sahnigen
Soßen und Suppen.
|
|
Weiße Zwiebel
Die helle Variante der
Küchenzwiebel schmeckt etwas milder und zarter. Deshalb ist die Weiße
Zwiebel besonders beliebt als Zutat in Rohkostsalaten.
|
Perl- und Silberzwiebel
Sie sehen sich ähnlich,
gehören aber verschiedenen Arten an. Man kennt sie vor allem in Essig
eingelegt. Ob solo oder als Mixed Pickles sind Silberzwiebeln eine
beliebte Beilage zu Fondues, Gegrilltem und Bratkartoffeln. Ideal machen
sie sich auch auf dem Schaschlik-Spieß und als Dekoration kalter
Buffetts. |
|
Nicht
sofort in die Pfanne
Nach dem Anschnitt beginnen Enzyme in
der Zwiebel damit, das schwefelhaltige Alliin in Substanzen aufzuspalten,
die den Blutfluss erleichtern und die Adern frei von Ablagerungen halten
können. Aus diesem Grund sollten Sie die Ringe oder Würfel nicht sofort
nach dem Schneiden in die heiße Pfanne geben.
Neben Alliin finden sich weitere
heilsame Bestandteile in der Knolle, vor allem Farbstoffe wie gelbes
Quercetin und (bei Roten Zwiebeln) rote Anthozyane. Sie gelten als
Zellschutz und sind ein Grund dafür, dass die Pflanze seit Jahrhunderten
in der Volksmedizin verwendet wird. Wenn wir Zwiebeln roh genießen,
bekommen wir die gesamte Fülle ihrer Inhaltsstoffe. Wer darauf mit
Sodbrennen oder Bauchschmerzen reagiert, sollte sie kurz anbraten. |
| 5.1.1. Zwiebel (Allium)
|
|
Sie ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der
Liliengewächse, die in zahlreichen Arten vertreten ist, einen
fleischigen Teil unter der Erde (Zwiebel) und einen Blattteil über
der Erde (Lauch) hat. Man kennt ungefähr 400 Zwiebelarten. In der UdSSR wachsen 228 Arten,
jedoch nur 10 zählen zum Würzgemüse, fast die Hälfte davon sind
wilde Zwiebeln. Zwiebeln gehören zu den wichtigsten Gewürzen Europas und Asiens.
Eine breite Palette - angefangen von den bitter-scharfen bis zu den
würzig-süßen, die bei allen Gerichten mit Ausnahme von Süßspeisen
zur Veränderung und Verbesserung des Geschmacks Verwendung finden
-steht der Küche heute zur Verfügung. Auf dem Territorium der UdSSR
verwendet man folgende Zwiebelarten: |
|
|
5.1.2.
Küchen- oder
Speisezwiebel (Allium cepa) |
Kulturform, die am stärksten verbreitet ist und
dutzende Lokalsorten aufweist. Die Einteilung erfolgt in scharte,
halbscharfe und süße Sorten. Die scharfen Sorten werden hauptsächlich in den mittleren, die
halbscharfen und die süßen in den südlichen Gebieten der UdSSR
angebaut, so dass ihre Anwendung in den Nationalküchen
unterschiedlich ist. Im Süden isst man 2- bis 3mal mehr Zwiebeln als
im Norden. Außerdem haben die verschiedenen Schärfen der Zwiebeln
auch Einfluss auf den Charakter und die Art der thermischen
Behandlung. Die scharfen Sorten sind am besten für die Herstellung
von Zwiebelsud (für Soßen), für Suppen, Fischgerichte und zum
Anschwitzen mit nachfolgender Weiterverwendung zu Fleisch-, Gemüse-
und Reisgerichten sowie als Füllung für Piroggen geeignet. Die
halbscharfen, aber besonders die süßen Sorten verwendet man vor
allem roh zu Salaten zu kalten Vorspeisen und zu belegten Broten.
|
|
|
5.1.3.
Catawissa-Zwiebel
(Allium proliferum) |
 |
|
Sie wird in Nordkaukasien, im Altai, in der
Taigazone Westsibiriens und im Leningrader Gebiet angebaut.
Äußerlich der Speisezwiebel ähnlich, hat sie jedoch eine wesentliche
Besonderheit: Auf dem Blütenschaft bilden sich anstelle von Blüten
und Samen Luftzwiebeln (Bulben) in zwei, drei und manchmal sogar 4
Etagen. Diese Bulben sind die Hauptträger der Vermehrung der
Catawissa-Zwiebel, während die Zwiebeln an der Wurzel
Ernährungszwecken dienen. Im dritten Jahr bilden sich von der
Mutterzwiebel 8 bis 12 Nebenzwiebeln, die alle eine violette
Farbschattierung aufweisen. Catawissa-Zwiebeln sind halbscharf. Sie enthalten fast zweimal mehr
Vitamine als Speisezwiebeln. |
|
|
5.1.4.
Schalotte (Allium ascolonicum)
|
|
Synonyme: Schalotte, Eschlauch, Aschlauch Heimat: Griechenland, Kleinasien. Als Kulturpflanze ist sie im Süden
der UdSSR - im nördlichen Kaukasus, in Transkaukasien, im Süden der
Ukraine und in der Moldauischen SSR - weit verbreitet. Äußeres Hauptmerkmal der Schalotte sind die vielen aus der
Mutterzwiebel hervorgehenden kleineren Zwiebeln: In einem Nest
befinden sich im Durchschnitt 10 bis 12, bei guter Pflege 20 bis 30
solcher Zwiebeln. Sie sind sehr klein, aber gut lagerfähig. Die Schalotten haben im Vergleich zur Küchenzwiebel einen
spezifischen unverwechselbaren zarten und feinen Geschmack, sie
unterscheiden sich in der Schärfe und duften angenehm. Sie sind seit
langem ein beliebtes Gewürz in der französischen Küche, wo sie zum
Aromatisieren vieler Soßen und Suppen Verwendung finden. Die meisten
westeuropäischen Marinaden, Hammelbraten auf französische Art und
solche Delikatessen, wie Schnepfen und anderes Flugwild, werden mit
Schalotten gewürzt, die den Gerichten erst ihr Aroma verleihen. |
|
|
5.1.5. Porree (Allium porrum)
|
 |
|
Dieses Würzgemüse wird als Gartenkultur auf dem
gesamten Territorium der UdSSR mit Ausnahme des hohen Nordens
angebaut. Man verwendet hauptsächlich den verdickten und lang gezogenen
niederen weißen Teil des Stängels, den sog. "Fuß" (falscher
Stängel), seltener die flachen, breiten und groben Porreeblätter. Es
gibt Winterporree mit dickem, kurzem "Fuß" (brabanter und karantaner)
und Sommerporree mit langem, dünnen "Fuß" (Sorte "Puatu", nicht
winterfest). Porree hat weder den scharfen "Zwiebelgeruch noch "Zwiebel"-
Geschmack. Da das Aroma zarter, der Geschmack feiner, angenehmer und
süßer ist als bei der Speisezwiebel, eignet sich Porree gut zum
Verfeinern verschiedener Fleischsuppen und besonders Gemüse-
Püree-Suppen, d. h. Kohl-, Kartoffel-, Sauerampfer-, Spinat-,
Möhren- und Brennesselsuppen sowie für Soßen. Klein geschnittene Porreeblätter kann man auf Fisch streuen, der zum
Dünsten, Braten oder Backen vorgesehen ist. Man kann sie auch auf
oder in die Panade geben. Die "Perlzwiebel", eine der Abarten von Porree, verwendet man im
ganzen für Salate. |
|
|
5.1.6.
Röhrenzwiebel,
Winterzwiebel (Allium fistulosum) |
|
Ihre Heimat ist Mittelasien. Heute wird sie in allen
Ländern Europas, Asiens und Amerikas kultiviert; Die Röhrenzwiebel überwintert direkt im offenen Land und wird
hauptsächlich wegen des Lauches gezüchtet, der schon sehr zeitig
(gleich nach der Schneeschmelze) wächst. Man kann den Lauch den
ganzen Sommer über schneiden. Röhrenzwiebeln sind hauptsächlich für Salate und zum Garnieren
geeignet. Die russische (europäische) Röhrenzwiebel ist sehr scharf, die
asiatische, die sog. japanische Röhrenzwiebel dagegen etwas zarter. |
|
|
5.1.7.
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) |
 |
|
Synonyme: Breislauch, Graslauch Schnittlauch zeichnet sich durch eine ausgesprochene
Frostbeständigkeit aus. Man kann ihn auch im äußersten Norden
anpflanzen (auf der Halbinsel Kola, in den Niederungen der Petschora,
Lena, des Ob und Jennissei und auf Kamtschatka, wo auch eine wilde
Sorte von Schnittlauch wächst}. Die Zwiebeln, aus denen der grüne
Lauch wächst, der dann einige Male in der Saison geerntet wird, sind
klein aber zahlreich (etwa 15 bis 20 Stück in einem Nest). Sie
werden zu Salaten, Suppen, Omeletts, aber auch vermischt mit Butter
und Quark und mit anderen Würzkräutern verwendet. |
|
|
5.1.8.
Derglauch (Allium
senescens) |
|
Synonym: Trügerischer Lauch. Auf trockenem
und steinigem Boden wild wachsende Zwiebeln von
zylindrisch-konischer Gestalt, saftig, sehr angenehm und zart im
Geschmack, flache Blätter. Die Pflanze ist in der Burjatischen ASSR,
im Baikalgebiet und in Ostsibirien verbreitet. Verwendet werden nur die jungen Blätter und die Zwiebeln im zeitigen
Frühjahr, hauptsächlich frisch. Später werden die Blätter hart und
die Zwiebeln bitter. Deshalb werden sie im Herbst ausgegraben und
getrocknet (um das Herbe abzuschwächen). Man nimmt die Blätter
getrocknet für Suppen, zum Würzen von Fischgerichten u. ä. Die
jungen Frühlingszwiebeln finden wie die halbscharfen Sorten der
Speisezwiebel Verwendung. |
|
|
5.1.9.
Altaizwiebel (Allium
altaicum) |
 |
|
Diese wild wachsende Zwiebel hat ihre Heimat in
Mittelasien. In der UdSSR ist sie u. a. im Altai, in der
Burjatischen ASSR und in Tuwa verbreitet. Die Altaizwiebel ist länglich-eiförmig mit einem Durchmesser von 2
cm bis 3 cm, saftig, am Anschnitt gelb grünlich; ihre röhrigen
Blätter sind zylindrisch. Sie wird wie halbscharfe Zwiebeln
verwendet. |
|
|
5.1.10.
Pskemsker Zwiebel (Allium pskemense)
|
|
Diese wild wachsende Zwiebel ist im Tien-Schan und
Taschkenter Alatau beheimatet. Die Zwiebeln sind groß, länglich-eiförmig, mit einem Durchmesser von
5 cm bis 6 cm, am Anschnitt weißlich-violett, ihre röhrigen Blätter
sind zylindrisch. Die Pskemsker Zwiebel ist in Aroma und Geschmack
stark und scharf. Auch das Grün hat ein gute Aroma. Die Pskemsker
Zwiebel gehört zu den scharfen Zwiebeln. Verwendet wird sie meist
mariniert in der Nationalküche der Kasachen, Kirgisen, Usbeken und
Tadshiken. |
|
|
5.2.
Knoblauch (Allium sativum) |
 |
|
Knoblauch gehört ebenfalls zu den Zwiebeln, wird
aber hier gesondert als Gewürz behandelt, weil er sich durch
Geschmack und Aroma von den Zwiebeln unterscheidet und in der Küche
auch anders verwendet wird. Während z. B. die Zwiebel eines der
besten Gewürze ist, das Fischen und Meeresprodukten ihren Geruch
nimmt, eignet sich Knoblauch absolut nicht für Fischgerichte, da er
deren Geschmack entstellen, vergröbern und sogar völlig verderben
kann. Dasselbe gilt auch für die anderen Zwiebelarten, die
Knoblauchgeruch aufweisen und von denen im folgenden die Rede sein
soll. Knoblauch wird in der ganzen Welt kultiviert. Große Mengen
bevorzugen hauptsächlich die asiatische (östliche) und die
südeuropäische Küche. Es gibt scharfe und süße Knoblauchsorten. Scharfe Sorten gedeihen in den nördlichen und mittleren Gebieten,
während süße Sorten in südlichen Regionen verbreitet sind. Knoblauch wird in der russischen Küche sehr sparsam verwendet, da
schon eine geringe Menge dem Gericht einen charakteristischen Geruch
verleiht. Die südlichen süßen (milden) Knoblauchsorten erfordern
eine größere Zugabe bei warmen Gerichten und können in größeren
Mengen auch frisch verbraucht werden, da sie nicht brennen und ein
sehr mildes Aroma haben. Besonders zart sind die südlichen Knoblauchsorten, wenn sie noch
jung sind, wenn man sie im ganzen, d. h. die Blätter mit den jungen
Zwiebeln, als Vorspeise mit Salatkresse reichen kann. Knoblauch ist
um so schärfer, je reifer er ist und auch je mehr er nach der Ernte
(bis zu einer bestimmten Grenze) austrocknet. Bei zu langer Lagerung
dagegen verliert er an Aroma und an Geschmack. Bei Knoblauch verwendet man wie bei Zwiebeln die ganze Pflanze,
wobei die Blätter hauptsächlich für Marinaden und zum Einsalzen, die
lang geschossenen Stängel dagegen zum Pökeln genommen werden. Die Verwendung von Knoblauch ist äußerst vielseitig. Ausgenommen
sind, wie schon erwähnt, nur Fischgerichte und natürlich Süßspeisen,
zu denen Knoblauch absolut nicht passt Zum Schmoren von Hausgeflügel
lässt sich Knoblauch mit sauren Apfelsorten (Antonowka, Wildäpfel)
oder mit Pflaumen (Backpflaumen) verbinden. Sehr gut eignet sich
Knoblauch für Hammelfleisch. In der russischen Küche dient Knoblauch
häufig zum Einlegen von Pilzen und Gemüse. Knoblauch ist nicht nur frisch, sondern auch getrocknet zu
verwenden. Zum Trocknen sind sowohl ganze als auch zerkleinerte
Zehen geeignet, der anschließend pulverisiert und mit feinem
trockenem Salz (Verhältnis 1:1) vermischt wird. So entsteht das sog.
Knoblauchsalz. In diesem Zustand (bei Aufbewahrung in einem dicht
verschlossenen Glasgefäß) behält Knoblauch jahrelang seine
Eigenschaften bei und eignet sich für zahlreiche Arten von Gerichten
(Suppen, kalte und warme Speisen, Salate). Knoblauchgeruch lässt sich mit Zimt, Sternanis, Nelken, Minze,
Zitrusschale, Anis, Kümmel und anderen Gewürzen abschwächen oder
sogar auslöschen. Um den Knoblauchgeruch, sein anhaltendes Brennen
im Mund und seinen störenden Geschmack - der übrigens die
Wahrnehmung anderer Gerüche einschränkt - zu mildern, wird
empfohlen, den Knoblauch mit einem der genannten Gewürze in dem Maße
zu kombinieren, wie man den Knoblauchgeruch dämpfen will. Will man den größtmöglichen Geschmackseffekt von Knoblauch erreichen
und gleichzeitig seine therapeutischen Qualitäten erhalten, darf man
ihn nicht lange bzw. stark erhitzen. Deshalb wird der klein
geschnittene bzw. geriebene Knoblauch erst dann dem Gericht
zugesetzt, wenn es fertig ist, sich aber noch im Kochgefäß befindet.
Danach muss das Gericht noch 3 min bis 4 min stehen, damit der
Knoblauch "einzieht". Nur so erhält man ein mildes, angenehmes und
nicht zu scharfes Knoblaucharoma, das das ganze Gericht gleichmäßig
durchzieht und sich harmonisch in die anderen Gewürze ein- fügt.
Knoblauch in das schon servierte oder abgekühlte Gericht zu geben,
bedeutet, es zu vergröbern, denn der scharfe spezifische
Knoblauchgeruch "erschlägt" in diesem Falle alles andere und macht
den Geschmack des Gerichtes einseitig. Und gerade dieser Fehler
kommt sehr häufig vor, und er ist oft der Grund dafür, dass viele
die mit Knoblauch verfeinerten Gerichte ablehnen. Bei richtigem Ansatz kann die Dosierung des Knoblauchs im Vergleich
zu der in der UdSSR üblichen bedeutend erhöht werden. Das gilt
sowohl für kalte als auch warme Gerichte und alle Marinaden. Aus
Knoblauch kann man verschiedene Würzen herstellen, die man nach
Bedarf verwendet. Die westeuropäische (französische) Küche kennt z.
B. solche Knoblauchgewürze wie Pestu und Gaskogner Fett,
während aus der mittelasiatischen Küche das Losishan kommt.
Ihre Zubereitung ist recht einfach: |
|
|
Gaskogner Fett |
 |
(aus 15 Knoblauchzehen, 4 Esslöffel Schweineschmalz oder
Rinderfett) .Man taucht den Knoblauch 1 min in kochendes
Salzwasser, lässt ihn auf einem Sieb abtropfen, zerstößt ihn mit
dem Schweineschmalz und salzt ihn. Das Fett wird zu Bohnen-,
Pilz- und Gemüsegerichten (Eierfrüchte) gegeben.
|
|
|
Pestu |
|
(aus 1/4 oder 1/2 Knoblauchzwiebel 60 g Butter oder Olivenöl,
6 frischen Basilikumblättern oder 1/2 bis 1 Teelöffel
Basilikumpulver, 2 Esslöffel geriebenem Käse). Der Knoblauch
wird zerstoßen, Basilikum hinzugefügt, untereinander gemischt
die Butter und der Käse hinzugefügt und gut verrührt, bis sich
eine einheitliche Masse bildet. Man gibt das Gewürz zu Makkaroni
und Suppen.
|
|
|
Losishan |
|
(aus 400 g Knoblauch, 100 g Sonnenblumenöl 20 g scharfen
Paprika oder 25 g schwarzen Pfeffer). Der Knoblauch wird
zerstoßen, das Öl erhitzt, vom Feuer genommen und etwas
abgekühlt der zerstoßene Knoblauch untergerührt und das Ganze
auf Zimmertemperatur abgekühlt. Danach gibt man den Pfeffer
hinzu. Das Gewürz ist in einem fest verschlossenen Gefäß
aufzubewahren. Man nimmt es zu Mehlspeisen und Suppen.
|
|
|
5.3. Bärlauch ( Allium ursinum) |
 |
Bärlauch wächst wild in den südwestlichen Gebieten
der UdSSR und im Kaukasus. Seine Blätter sind denen von Maiglöckchen
ähnlich. Die Zwiebeln befinden sich in den Blattachseln und sind
manch- mal mit dem Blattschaft verschmolzen. Der untere Teil des Blattes mit der Zwiebel wird frisch oder
getrocknet verwendet. Nach dem Trocknen verliert der Bärlauch zum
Teil sein Aroma, aber nicht den Geschmack. Beim Bärlauch überwiegt der Knoblauchgeruch gegenüber dem
Zwiebelgeruch, und das ist bei der Verwendung zu beachten. Da der
Geruch des frischen Bärlauchs sehr scharf ist wird er oft getrocknet
oder mariniert, um den Geruch zu mildem. Jungen Bärlauch kann man frisch sowohl zu grünem Salat als auch zu
anderen Salaten, beim Einsalzen von Pilzen und für alle die Gerichte
verwenden, zu denen man auch Knoblauch geben kann. |
|
|
5.4.
Allermannsharnisch (Allium
victorialis) |
|
|
Synonym: Siegwurz
Er ist im asiatischen Teil der UdSSR vom Ural bis zum Stillen Ozean
verbreitet und wächst an feuchten Niederungen. Äußerlich ist er dem
Bärlauch ähnlich. Die Blätter ähneln ebenfalls denen von
Maiglöckchen; die Zwiebeln sind ganz klein und 1 cm dick. Geschmack
und Geruch erinnern an Bärlauch, aber der Geruch ist intensiver und
geht manchmal ins Unangenehme über. Allermannsharnisch verwendet man
wie Bärlauch. Um die Schärfe und die Stärke des Geruchs zu mildern,
salzt man ihn wie Gurken ein, so dass er gesäuert den Speisen
zugegeben wird.
|
|
|
5.5.
Knoblauchsrauke (Alliaria officinalis und Alliaria brachycarpa)
|
| Synonym: Lauchkraut.
Eine zweijährige Pflanze
aus der Familie der Kreuzblütler. Es sind zwei Arten bekannt: A. officinalis und A. brachycarpa. Beide Arten gibt es in der UdSSR,
und zwar in den Wäldern der europäischen und der asiatischen Gebiete
vorwiegend in Unterholz, am Waldsaum im Vorgebirge des Kaukasus, der
Krim und des Tien-Schan. Die Blätter, Schoten und Samen der Knoblauchsrauke haben einen stark
ausgeprägten Knoblauchgeruch und werden anstelle von Knoblauch
besonders im Kaukasus und in Mittelasien verwendet. |
|
|
5.6.
Knoblauchpilz (Marasmius
scorodonius) |
 |
Synonyme: Knoblauchschwamm, Mousseron,
Lauchschwamm, Dürrbein Der Knoblauchpilz ist ein Schirmpilz aus der Familie der
Lamellenpilze. Er ist im nördlichen und im mittleren Gürtel des
europäischen Teils der UdSSR, besonders im Baltikum und in der
Weißrussischen SSR verbreitet. Die jungen Pilze sind weißlich-gelb
mit einem dünnen braunen Stiel (Hutdurchmesser 2 cm). Bei alten
Pilzen bekommt der Hut eine tonartige Färbung. Charakteristisch für
den Knoblauchpilz ist eine kreisförmige Besamung, so dass die
Pilzfamilie in fast gleichmäßigen Kreisen anzutreffen ist. Der Pilz
hat einen stark ausgeprägten Knoblauchgeruch. Einige Arten des
Knoblauchpilzes haben einen Geruch, der dem Aroma von Nelken nahe
kommt (Nelkenpilze). Getrocknet behalten die Knoblauchpilze sehr gut ihr Aroma bei.
Deshalb kann man das aus ihnen gewonnene Pulver ganzjährig
verwenden. In der westeuropäischen Küche ist der Knoblauchpilz sehr
beliebt, denn sein Aroma ist sehr mild und mit dem
charakteristischen Pilzgeruch vermischt, was ihn noch veredelt. In
der UdSSR wird dieser unansehnliche Pilz leider kaum verwendet. |
|
|
|
  |
| |
Counter-Box.de
|
► |
HOME |
| |
|
| |
Die Kochbücher |
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| |
Webs |
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| |
|
| ► |
Themenseiten |
| ► |
|
| ► |
|
| |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
|
Alle Fotos auf diesen Seiten sind vom
Autor dieses Webs, wenn nicht anders angegeben
Aktualisiert am:
14.01.2010 15:04 Uhr
©
Lay 2002 - 2010 |
|
|