|
Letzte Bearbeitung:
26.06.2008 |
|
☻
 |
Harte Schale –
köstlicher Kern Unser Körper profitiert von Krebsen,
Langusten und Oktopussen insbesondere durch ihr für die
Schilddrüse wertvolles Jod und reichlich Zink, das die Abwehr
aktiviert. Andererseits dürfen wir nicht vergessen, dass
Meeresfrüchte zwar wenig Fett, aber trotzdem beträchtliche
Mengen an Cholesterin enthalten. Bei Menschen mit zu hohen
Blutfettwerten sollten diese Leckerbissen deshalb nicht mehrmals
pro Woche auf dem Speiseplan stehen. |
| Garnele, Krabbe oder Scampi?
Da sind zunächst einmal die Krustentiere. Neben dem Hummer
gehören Langusten, Krebse und Garnelen zu dieser Großfamilie.
Weil es allein bei den Garnelen rund 2000 Arten gibt, kommt es
häufig zu Begriffsverwirrungen. So wird die Nordseegarnele zwar
Krabbe genannt, doch echte Krabben besitzen seitliche Scheren
wie die Sandkrabbe, die viele als Krebs bezeichnen. Scampis sind
keine Garnelen, sondern Verwandte des Hummers, weil ihre Scheren
nach vorne zeigen ... Alles klar?
Keine Panik, ganz eng sehen es auch die Zoologen nicht.
Immerhin zählen sie die Weinbergschnecke zu den Meeresfrüchten,
weil sie rein wissenschaftlich den Muscheln nahe steht. Der
Flusskrebs darf sich dazugesellen, obwohl er im Süßwasser lebt.
Und gelegentlich werden sogar Ochsenfrösche in dieselbe
Schublade gesteckt.
Je kälter und tiefer das Meer, desto höher die Qualität.
Fragen Sie also Ihren Fischhändler, woher die Meeresfrüchte
stammen. Riechen Sie auch da ran. Sollten sie nicht mehr frisch
sein entwickeln zum Beispiel Garnelen einen leicht scharfen,
chlorähnlichen Geruch. Dann heißt es: Finger weg! |
| Muscheln nur in Monaten mit
"R" ? Neben den Krustentieren sind Schalentiere die zweite
große Gruppe der Meeresfrüchte. Früher aß man Muscheln nur in
den Monaten mit "r", also von September bis April. Die
Begründung dafür: Bei höheren Temperaturen können sich im Meer
Algengifte entwickeln, die sich in den Muscheln anreichern.
Heute dagegen bietet der Handel das ganze Jahr über Schalentiere
an. Die in Deutschland verkauften Muscheln stammen aus
Fanggebieten, in denen sie und das sie umgebende Meerwasser auf
Algengifte überprüft werden.
Generell gilt, rohe Muscheln müssen geschlossen sein. Legen
Sie sie vor der Zubereitung einige Stunden in klares Salzwasser.
Venus- und Miesmuscheln werden in der Regel in einem würzigen
Sud gekocht. Dabei sollen sie sich von alleine öffnen.
Exemplare, die geschlossen bleiben, wandern in den Abfall.
Feinschmecker genießen Austern und
Jakobsmuscheln am liebsten roh. Doch Vorsicht: Es können
Krankheitserreger übertragen werden! |
|
 |
| Tentakel, Tinte und Tuben
Zugegeben, die Fangarme der Krake mit ihren Saugnäpfen und der
ovale, glitschige Körper eines gemeinen Tintenfischs mit seinen
kurzen Tentakeln regen nicht gerade den Appetit an. Genauso
wenig lässt der Anblick des schlauchförmigen Kalmars ahnen,
welcher Genuss in ihm steckt. Vorausgesetzt, sein Fleisch riecht
angenehm, ist nicht trocken und wird entweder bei mäßiger
Temperatur vorsichtig erhitzt oder schnell gegrillt bzw.
frittiert, mundet es jedoch zart und aromatisch. Die Körper
(Tuben) können Sie mit einem würzigen Gemüsemix aus gewürfelten
Tomaten, Paprika, Auberginen und Staudensellerie füllen oder
nebst Fang- armen in Ringe schneiden und kurz braten - ideal für
einen Meeresfrüchtesalat. Wer sich die Mühe macht, die
Tintenblase vorsichtig zu leeren, nutzt das nahezu schwarze
Sepia als Farbstoff für selbst gemachte Nudeln, effektvolle
Reisgerichte oder Soßen. |
| Meeresfrüchte von der Farm
Mittlerweile werden von Hummern über Garnelen bis Muscheln die
meisten Meeresfrüchte in so genannten Aquafarmen gezüchtet. Doch
schnelles Wachstum, der Einsatz von Medikamenten und immer
größere Plantagen schaden Qualität und Umwelt. Andererseits
sorgen die Farmen dafür, dass die Weltmeere nicht überfischt
werden und dass wir tiefgekühlte Shrimps, Langusten und Muscheln
relativ preisgünstig im Supermarkt bekommen.
Fangfrische Delikatessen finden Sie beim Fischhändler. Lassen
Sie sich Hummer und Krebse geben, die durch kräftige Bewegung
auf sich aufmerksam machen. Kühl und feucht können Sie die Tiere
noch gut zwölf Stunden, Krabben sogar bis zu zwei Tage
aufbewahren. Der Händler kann Ihnen auch genau erklären, wie Sie
an die gepanzerten Gaumenfreuden herankommen.
Erkundigen Sie sich beim Kauf ganzer Tintenfische, Kraken
oder Kalmare, wie Sie die Haut abziehen, die Knorpelteile sowie
die Eingeweide herausnehmen und den bizarren Körper garen. Haben
Sie ein Exemplar mit gefülltem Tintenbeutel bestellt; muss
dieser sorgfaltig geleert werden. |
| Mundgerechte
Tiefkühl-Happen Wollen Sie es sich einfacher machen, suchen
Sie in der Tiefkühltruhe nach küchenfertigen Produkten wie
Langustenschwänzen, ausgepulten Nordseegarnelen oder
Calamarikörpem zum Füllen. So ist Ihnen der Genuss sicher, ohne
dass Sie sich als Panzerknacker oder Chirurg bewähren müssen.
Beachten Sie jedoch beim Auftauen, dass das zarte,
aromatische Fleisch der Meeresfrüchte nicht verzeiht, wenn es zu
schnell aus dem Kälteschlaf geweckt wird. Lassen Sie es über
Nacht im Kühlschrank auftauen. Danach möglichst schnell genießen
und roh nur einen, gegart höchstens zwei Tage im Kühlschrank
aufbewahren. Aber wer kann den appetitlichen Happen schon so
lange widerstehen? |
| Langusten |
Erinnern an Hummer mit
Mini-Scheren. Vorkommen: Felsküsten der Weltmeere. In
Deutschland oft nur Schwänze im Handel, frisch, überwiegend
gekocht oder tiefgekühlt. Nicht so zart und süß wie
Hummerfleisch. |
| |
 |
 |
| Flusskrebse |
Streng genommen keine
Meeresfrüchte, weil sie im Süßwasser leben. Aussehen wie
Mini-Hummer. Vorkommen: Flüsse Osteuropas und Skandinaviens,
gezüchtete Exemplare aus Süddeutschland. Kommen lebend, gekocht
oder gefroren auf den Markt. Gegart werden die Panzer rot, das
Fleisch durchscheinend. |
| Taschenkrebse |
Das Fleisch der Tiere kann
rot, weiß oder grünlich sein. Ihre Heimat sind der Atlantik, die
Nordsee- und die kalifornische Küste. Taschenkrebse werden im
Ganzen verkauft, frisch oder gekocht. Das Fleisch aus den
Scheren schmeckt saftig und etwas süßlich. |
| Venusmuscheln |
(Clams, Vongole)
Herzförmige, meist helle Schale. Kommen von den Sandküsten
Westeuropas, des Mittelmeers und Westafrikas. Selten frisch,
meist gefroren angeboten. Beige und cremefarbenes Fleisch, zum
Teil mit rotem Rogensack (Corail), schmeckt leicht nussig,
aromatisch. |
| Miesmuscheln |
(auch Pfahl- oder
Blaumuscheln). Schwarzblau,
tropfenförmig. Geerntet in Nordsee und Atlantik, gezüchtet an
Pfählen. Frisch, auch gegart in Gläsern im Handel. Würziger
Geschmack. Besonderheit: Vor dem Garen müssen anhängende, „Byssusfäden",
eine Art Bart, entfernt werden. |
| Tiefseegarnelen |
(Shrimps, Crevetten)
Rosafarben, 6 bis 12 cm lang. Kommen vor allem aus
Küstengebieten Norwegens, Islands, Grönlands, Alaskas; oft in
Aquafarmen gezüchtet. Gekocht und tiefgekühlt, an der Küste auch
roh erhältlich. Rotes, festes Fleisch, nussiger Geschmack. |
| Kaisergranat |
(Tiefsee- oder
Kaiserhummer, Scampi). "Kleiner Bruder des Hummers".
Gefischt am Nordkap, in Nordsee und
westlichem Mittelmeer. Ganze Tiere, vorgekochte oder
tiefgekühlte Schwänze im Handel. Frischezeichen: Unterseite
klare, helle Farbe, keine grauen oder schwarzen Stellen. Das
zarte Fleisch, gekocht leuchtend rosa, schmeckt leicht süßlich. |
| Hummer |
(Lobster) Größte aller
Meeresfrüchte, mit tief blauem bis sandbraunem Rücken und großen
Scheren. Ursprung: Atlantik, oft USA, wo es Hummerfarmen gibt.
Im Handel meist lebend mit verschnürten scheren; auch aus der
Tiefkühltruhe oder vorgekocht. Qualitätsmerkmale: glänzende
Augen, festes, hellweißes, saftiges Fleisch. Gegessen wird das
Fleisch aus Schwanz und Scheren. |
| Jakobsmuscheln |
Herkunft:
Mittelmeer und Atlantik. Frisch und auch tiefgefroren im Handel;
frische Exemplare möglichst in geschlossener Schale kaufen.
leicht nussiger, fein aromatischer Geschmack. Nach dem Garen
helles, schimmerndes Fleisch; nach zu langem Garen zäh.
|
| Austern |
Unförmiges, silbergraues
Äußeres.
Größtenteils in Europa, Australien und den USA gezüchtet. Oft
roh auf Eis angeboten. Zuchtaustern schmecken im Herbst und
Winter besser, da sie im Sommer ablaichen und dann mehr Wasser
enthalten. |
| Tintenfische |
(Sepia) Abgeflachter
ovaler bis runder Körper mit zehn kurzen Fangarmen, Rückenplatte
erinnert an Schildkröte.
Vorkommen: Tiefen des Mittelmeers und des Atlantiks. Werden
im Ganzen angeboten, aber auch als Ringe, oft tiefgekühlt.
Weißlich gelbes, festes Fleisch. |
| Oktopus |
(Krake) Achtarmiger
Kopffüßler mit großen Saufnäpfen an den Tentakeln. Stammt aus
Atlantik, Nordsee und Mittelmeer. An den Küsten frisch, sonst
tiefgekühlt im Handel. Das weiße, feste Fleisch braucht eine
längere Garzeit als Tintenfisch und Kalmar. |
| Kalmare |
(Calamares)
Tubenförmig. Heimat: Mittelmeer, Atlantik.
Werden in den Geschäften frisch oder tiefgekühlt verkauft.
Frischetest: Haut muss sich gut abziehen lassen. |
| Nordseegarnelen |
auch als Granat oder -
missverständlich - Krabben bekannt. Gelblich grau bis grünlich
braun; mit 5 bis 8 cm kleinste Garnelenart. Heimat: Wattenmeere
Deutschlands, der Niederlande und Dänemarks. Werden sofort nach
dem Fang gekocht und konserviert, mit oder ohne Schale auch
tiefgekühlt erhältlich. Süßlich würziges, zartes Fleisch.
|
| Riesengarnelen |
(Gambas, Prawns;
fälschlicherweise auch Hummerkrabben und Scampi). Bis 26 cm
lang. Herkunft: meist Indischer Ozean, Atlantik, Küsten
Südamerikas und Afrikas; oft aus Aquafarmen. Bei uns roh und
gekocht oder tiefgekühlt, ganz, ohne Kopf mit oder ohne Schale
erhältlich, auch als Ring oder aufgespießt angeboten. Festes
Fleisch, nussiger Geschmack. |
| Tipp |
Noch viele weitere
praktische Küchentipps sowie köstliche und gesunde Rezepte
finden Sie im Internet unter
http://www.GesundheitPro.de |
| |
 |
|
Flusskrebs mit Dillsoße
(für 4 Personen) |
Zutaten: 48 Flusskrebse (TK),
1 l Weißwein, 10 zerstoßene Pfefferkörner, 2 Nelken, 1
Kräutersträußchen, 2 Frühlingszwiebeln, 1 Karotte, 1 rote
Chilischote
Für die Soße: 1 Schalotte, 100 g Creme fraiche, 1 EL Butter,
3 EL gehackter Dill, Saft einer 1/2 Zitrone, Salz, Pfeffer a. d.
Mühle
Zubereitung: Krebse langsam auftauen. 2 Liter Wasser, Wein
und Gewürze in großem Topf zum Kochen bringen. Frühlingszwiebeln
waschen, putzen, in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Die
Karotte schälen, in Scheiben schneiden. Chilischote waschen, in
Ringe schneiden. Gemüse zum Kochsud geben, 20 Min. köcheln
lassen.
Krebse nacheinander in den Kochsud geben. 6 Min. kochen und
im Sud abkühlen lassen. Krebsschwänze vom Rumpf drehen, an der
Bauchseite aufbrechen, auslösen, ggf. Darm
am unteren Ende der Schwänze herausziehen. Scheren mit
Hummerzange (oder Nussknacker) aufbrechen, Fleisch herausziehen
und warm stellen.
Sud durchsieben, einkochen lassen und beiseite stellen.
Schalotte schälen, fein würfeln. 1/4 l Krebssud mit Schalotte
bei starker Hitze einkochen.
Creme fraiche dazu. Topf beiseite stellen, Butterflöckchen
unterziehen, Dill untermischen, mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer
abschmecken. Mit Krebsschwänzen mischen und servieren.
Pro Person ca.: 131 kcal (= 548 kJ), 8 g Eiweiß, 10 g Fett, 1
g Kohlehydr., 0 g Ballaststoffe |
|
nach oben |
 |
| |
Counter-Box.de
|
► |
HOME |
| |
|
| |
Die Kochbücher |
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| |
Webs |
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
| |
|
| ► |
Themenseiten |
| ► |
|
| ► |
|
| |
|
| ► |
|
| ► |
|
| ► |
|
|
Alle Fotos auf diesen Seiten sind vom
Autor dieses Webs, wenn nicht anders angegeben
Aktualisiert am:
14.01.2010 15:04 Uhr
©
Lay 2002 - 2010 |
|
|